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Korbacher Unterwelten – goldrichtig und geheimnisvoll

Auf den Spuren der Goldgräber in der größten Goldlagerstätte Deutschlands

Was machte Korbach zur Hansezeit aus?

Natürlich der Handel, die günstige Lage an der Kreuzung von zwei wichtigen Fernhandelsstraßen. Von hier zogen die Korbacher Hanse-Kaufleute hinaus, sie waren neugierig, abenteuerlustig, mutig, weltoffen und erfolgreich und trugen diesen Geist mit ihren Waren schon im 15. Jahrhundert durch ganz Europa.

Doch war das alles?

Nein, Korbach hatte auch einen Schatz: Einen Berg voller Gold – Deutschlands größte Goldlagerstätte im Eisenberg beim Ortsteil Goldhausen. Reiner und schöner als das legendäre böhmische Gold, was Bergleute, Fürsten, Kaufleute und Goldschmiede seit 800 Jahren in ihren Bann zog. So schwärmte bereits 1250 der große Gelehrte Albertus Magnus von der Qualität des glänzenden Korbacher Metalls: „Neuerdings wird in Teilen des teutonischen Westfalens, in einem Orte, der Korbach genannt wird, in einem gewissen Berge Gold gefunden, von dem viel weniger verloren geht, als von irgendeinem anderen.“

Und was ist daran geheimnisvoll?

Naja, man stelle sich vor, das Gold läge am Eisenberg in großen Nuggets einfach herum. Oder fingerdicke Adern aus Gold würden einem an der Felswand entgegenglänzen. Wäre das Edelmetall so einfach zu finden, was würde wohl passieren? Sicher würde sich jeder die Taschen damit vollstopfen, um schnell reich zu werden. Und Streit gäbe es auch, weil jeder am liebsten alles für sich haben wollte. Zum Glück ist es am Eisenberg aber friedlich, weil sich das Gold hier gut versteckt. Nur in ganz wenigen und dünnen Gesteinsschichten sind winzige Goldkrümel fest eingewachsen. Auch wenn man ein solches Gesteinsstück in der Hand hält, kann man das Gold darin nur mit viel Glück erkennen. Den Bergleuten ging es früher genauso. Trotzdem haben sie in den dunklen Stollen ziemlich viel Gold gefunden, weil sie die richtigen Schichten in den Felsen kannten. Außerdem haben sie sich etwa 500 Jahre lang in den Berg hineingegraben, in Handarbeit nur mit Hammer und Meißel. Rund 20 Kilometer Such- und Abbaustrecken haben sie so in den Berg getrieben, eine erstaunliche Leistung!

Ist das auch heute noch ein geheimnisvolles Abenteuer?

Natürlich! Heute kann nämlich jeder den Spuren der mittelalterlichen Goldgräber im Eisenberg folgen. Doch wer ein Besucherbergwerk mit allen technischen Raffinessen wie z.B. Beleuchtung und Grubenbahn erwartet, der ist hier verkehrt. Das Bergwerk ist fast so belassen wie es war. Dadurch hat es seine Einzigartigkeit behalten. Der Goldbergbau mit einfachsten Mitteln, sowie die Geologie stehen hierbei im Vordergrund. Geheimnisvoll ist auch die Ruine des Schlosses der Waldecker Grafen, die – umgeben von Wall und Graben – mitten auf den Gipfel des Eisenbergs liegt. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert haben die Grafen in einem Kellerraum der Burg ein Laboratorium betrieben, um Proben aus verschiedenen Lagerstätten der Grafschaft Waldeck, u.a. auch vom Eisenberg selbst, auf ihren Metallgehalt zu untersuchen. Die dazugehörigen Funde, u.a. Schmelztiegel mit Resten von Blei, Kupfer, Silber und Eisen, befinden sich heute im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH.

Weiterführende Informationen:

Eine ausführliche Dauerausstellung zum Goldbergbau am Eisenberg sowie zur Geschichte der Ruine des Waldecker Grafenschlosses auf dem Gipfel des Eisenbergs können Besucher im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH erleben:

Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH
Kirchplatz 2, 34497 Korbach
Telefon: 05631 53-289
www.museum-korbach.de

Öffnungszeiten:

März – Oktober
Di – So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr

November – Februar
Di – Fr: 14:00 – 16:30 Uhr, Sa/So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr

Geschlossen: Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester, Karfreitag

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