• Ist das Kunst oder kann das weg?
Korbach Wappen Korbach

Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach

1000 Jahre Menschheitsgeschichte, Exponate der bedeutendsten Goldlagerstätte Deutschlands und einen grandiosen Blick durch Fenster der Urzeit, so lässt das Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH lebendige Geschichte unterhaltsam begreifbar werden.

Architektonisch zählt das mehrfach preisgekrönte Haus zu einem der spannendsten Kapitel der Hessischen Museumslandschaft. Moderne Elemente aus Granit, Glas und Holz sind filigran in vorhandene gotische Steinhäuser und Fachwerk verwoben und lassen so eine kleine Stadt in der Stadt entstehen. Ein Besuch ist nicht nur für Architekturliebhaber ein wahres Erlebnis, auch „kleine“ Entdecker werden durch die lichtdurchfluteten Hallen und dunklen Gewölbe zu wahren Expeditionen in die nahe oder ferne Vergangenheit eingeladen.

Das 1997 eröffnete Museum bietet auf ca. 1.700 m² Ausstellungsfläche einen Rundgang durch die Geschichte der Stadt und der Region – von der Vor- und Frühgeschichte bis hin zur Entwicklung des Fürstentums Waldeck, von der Gründung Korbachs über die Blütezeit der Stadt als international vernetzte Hansestadt bis zur modernen Industriestadt. Wei8tere Schwerpunkte der Dauerausstellung sind sind zudem die Abteilungen zum Gold-, Eisen- und Kupferbergbau sowie zur Fossilienfundstätte „Korbacher Spalte“. Mehrere Sonderausstellungen ergänzen jährlich das Angebot.

Das Korbacher Museum zeichnet sich durch eine besondere Kinderfreundlichkeit aus. So gibt es in jeder Abteilung – immer mit der Farbe gelb gekennzeichnet – ein Thema oder ein Ausstellungsstück, das sich besonders an Kinder richtet. Rätsel, Spiele, interaktive Elemente: für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und das museumspädagogische Programm reicht von besonderen Kinderführungen über Kindergeburtstage bis hin zu Ferienaktionen zu verschiedenen Themen in der Ausstellung.

Dauerausstellungen im Museum

1. Stadtgeschichte

Die Entdeckungstour durch die Geschichte führt Sie zu den Anfängen Korbachs als Handelsort und kirchliches Zentrum vor mehr als 1.000 Jahren und in die Zeit, in der Korbach zum Städtebund der Hanse gehörte. Sie sehen die älteste Bürgermeisterkette Deutschlands und modernste handgenähte Hochgeschwindigkeitsfahrradreifen „made in Korbach“. Sie erfahren, wie sich Korbach zu einem mittelalterlichen Handelszentrum entwickelte und nach Kriegen und Stadtbränden zu einer kleinen Ackerbürger-stadt herabsank. Subconrector Carl Curtze bringt Ihnen die Stadt des 19. Jh. nahe und die Abteilung „Moderne Zeiten“ zeigt an den Beispielen Eisenbahn, Zeitung und Gummifabrik, wie sich die Grundlagen der Stadt im 20. Jh. verändert haben.

Die Goldabteilung

2. Kupfer, Eisen und Gold

Eine in den 250 Mio. Jahre alten Felsen eingetiefte Treppe führt in die Erdgeschichte hinab. Die Nutzung der heimischen Gesteine, der ittersche Kupferbergbau und die Eisensteingewinnung in Adorf sind wichtige Themen der Ausstellung. Im Vordergrund aber steht das Gold. Der Korbacher Eisenberg, die größte historische Goldlagerstätte Deutschlands, ist vom 13. Jh. bis zum 30jährigen Krieg das Ziel von Goldsuchern aus ganz Deutschland. Die Ausstellung erlaubt Einblicke in einen Schacht und einen Stollen vom Eisenberg sowie in ein Goldanalyselabor der 1920er Jahre. Den Glanzpunkt bildet das „Goldkästchen Rauschenbusch“ mit echten Goldstufen und dem einzigen Goldbarren vom Eisenberg. Und Kinder erfahren in einer Märchenhöhle, wie sich das Wissen um das Gold in der Sage überliefert hat.

3. Die Korbacher Spalte

Ein Diorama mit lebensgroßen Modellen 250 Mio. Jahre alter Landwirbeltiere und multimedialem Spektakel erlaubt Einblicke in die Welt der Vorfahren der späteren Säugetiere und Dinosaurier. Die Ausstellung erläutert anschaulich die paläogeografischen, paläontologischen und geologischen Besonderheiten dieses weltweit einmaligen Geotops. Originale Fossilfunde zeigen eine oberpermzeitliche Fauna, die für Europa einmalig ist. Nicht nur deshalb ist die Korbacher Spalte ein Naturdenkmal von Weltrang – sie ist außerdem die zweitälteste fossilführende Erdspalte der Welt! Die 2015 neu eröffnete Außenstelle des Museums im Industriedenkmal GeoFoyer Kalkturm Korbach bietet weitere spannende Informationen zur Geologie des Zechsteins und zur permzeitlichen Lebewelt. Sie erfahren aber auch, welche Bedeutung der Kalk für die Evolution des Lebens und für die frühe Korbacher Industriegeschichte hatte.

Im Museum Korbach gibt es noch eine Menge mehr zu sehen:

  • Stahlmöbel aus Waldeck
  • Ausgrabungsfunde von der Burg Eisenberg
  • die barocken Josephsgemälde aus der „Alten Waage“
  • das Studiokabinett zur Landeskunde
  • das Musikalienkabinett
  • archäologische Funde aus der Vor- und Frühgeschichte
  • alte Öfen und Ofenplatten in der Abteilung „Feuer und Eisen“
  • Ansichten und Aussichten – Kunst in Waldeck
  • historische Wetterfahnen

Die Außenstelle des Museums im GeoFoyer Kalkturm Korbach, Frankenberger Landstr. 22, zeigt, wann und wie der Korbacher Kalkstein entstanden ist, welche Rolle Kalk bei der Evolution des Lebens auf der Erde spielte und wie hier im Steinbruch vor über 100 Jahren mit der industriellen Nutzung des Kalksteins begonnen wurde. Die Tafeln im neugestalteten Info-Pavillon im Steinbruch und in der Überdachung der Korbacher Spalte stellen Landschaft und Lebewelt vor 250 Mio. Jahren vor, als Korbach noch nahe des Äquators lag und die Vorfahren der späteren Dinosaurier und der Säugetiere lebten. Zu ihnen gehört Procynosuchus, der „Korbacher Dackel“, ein Säugetierähnliches Reptil und somit auch einer unserer ältesten Vorfahren. Procynosuchus zählt zu den Mosaiktieren, Lebewesen, die die Grenzen der Evolution überwunden haben, und die in der Ausstellung im Obergeschoss des Kalkturms in anschaulichen Modellen präsentiert werden. Hier erfährt der Besucher auch, wie der Mensch bis heute seine Umwelt gestaltet und warum rund um Korbach Orchideen wachsen.

Weitere Informationen:

Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH
Kirchplatz 2, 34497 Korbach
Telefon: 05631 53-289
E-Mail: museum@korbach.de
www.museum-korbach.de

Öffnungszeiten:

ganzjährig (und an Feiertagen): Di – So 12:00 Uhr – 16:30 Uhr

Ab dem 1.3.2019 ändern sich die Öffnungszeiten des Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH:

März – Oktober
Di – So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr

November – Februar
Di – Fr: 14:00 – 16:30 Uhr, Sa/So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr

Geschlossen: Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester, Karfreitag

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