• Ist das Kunst oder kann das weg?
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Museumskultur in Herford

Herford ist Kulturstadt. Es dürfte nur wenige Städte vergleichbarer Größe in Deutschland geben, die ein so hochwertiges Kulturangebot zu bieten haben. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten mitunter die Herforder Museen, dessen vielfältiges Angebot von Kunst, Design und Architektur bis hin zu verschiedenen Themen aus der Herforder Stadtgeschichte reicht.

Der wohl bekannteste Museumsbau in Herford ist das Marta Herford. Im Marta steckt jedoch mehr als „Art“: Kunst, Design und Architektur, was sonst getrennt wird, findet man hier unter einem Dach. Und was für einem Dach! Der skulpturale Museumsbau von 2005 ist ein beeindruckendes Original. Ein Werk des Stararchitekten Frank Gehry. Das einmalige Bauwerk ist heute Markenzeichen für Herfords Originalität und Weltoffenheit. Doch so mondän die Menschen in Herford sich auch zeigen, ihre westfälische Herkunft vergessen sie nicht und präsentieren sie stolz: Das moderne Gebäude hat eine Fassade aus Klinkersteinen, die so typisch ist für diese Region. Besucherinnen und Besucher der abwechslungsreichen Ausstellungen spüren die Neugier, Offenheit und Experimentierfreude, die das Museum für zeitgenössische Kunst prägen. Das international ausgerichtete Museum richtet sein Augenmerk aber auch regelmäßig auf Design und Architektur. Das Marta Herford ist ein lebendiges Forum, das den Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft fördert. Einladende Orte zum Verweilen gehören fest zum Konzept. Wie die Kupferbar im Marta. Ein Ort, an dem sich die Kunst des süßen Nichtstuns hervorragend üben lässt. Denn der Blick von der Terrasse ins Grün und auf die Aa ist genauso einmalig wie das Marta selbst.

Apropos einmalig. Wer auf der Suche nach dem Besonderen ist, sollte den kleinen, aber feinen Museumsshop mit hübschen Andenken, ausgewählten Buchtiteln und stilvollen Accessoires für zu Hause nicht verpassen. Nicht nur die Ausstellungen, auch das abwechslungsreiche Programm aus Veranstaltungen und museumspädagogischen Angeboten zieht Menschen jeden Alters an. Wer Lust hat, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern zu entdecken, zu erforschen und zu erleben ist im Marta Herford genau richtig!

Kulturreisende zieht es aber nicht nur wegen des Museums Marta nach Herford. Einen weiteren Kunstgenuss bietet das Daniel-Pöppelmann-Haus. Der malerisch am Stadtgraben gelegene Museumskomplex besteht aus der 1874 bis 1876 errichteten Villa Schönfeld und der 100 Jahre später angebauten Ausstellungshalle. Der in Herford geborene Barockarchitekt Daniel Pöppelmann war Namensgeber für den heutigen Sitz des Herforder Kunstvereins und des Städtischen Museums.

Der Textilfabrikant Heinrich Schönfeld ließ von 1874 bis 1876 für sich und seine Familie die stattliche Villa im Stil der Neorenaissance errichten. 1940 kaufte die Stadt das Wohnhaus und überließ es dem Herforder Verein für Heimatkunde, um dort das Heimatmuseum einzurichten. Seit April 2016 präsentiert das Städtische Museum in den denkmalgerecht restaurierten Räumen eine moderne stadtgeschichtliche Dauerausstellung zum 19. und 20. Jahrhundert. Den Ausstellungsanbau ließ die Stadt auf Initiative des Kunstvereins nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen errichten. Seit 1976 präsentiert der Kunstverein hier jährlich drei bis vier Kunstausstellungen. Das Städtische Museum nutzt den Anbau für historische Ausstellungen.

Zudem erinnert der Zellentrakt, eine 2005 eröffnete Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte im ehemaligen Polizeigefängnis des Rathauses, an die in Stadt und Kreis Herford verfolgten Minderheiten und dokumentiert den GESTAPO-Terror zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. An der kleinen Markthallte erinnert zusätzlich eine Gedenktafel an die Deportationen der Herforder Juden ab 1941.

Herford verfügt außerdem über eine Vielzahl von künstlerisch gestalteten Akzenten im öffentlichen Raum, welche sich quer durch die (Innen-)Stadt ziehen. Skulpturen wie die „Saftey Cones“ des amerikanischen Künstlers Dennis Oppenheim, Luciano Fabros „La Palla“, Jürgen Heckmanns „Stehender Verkehr“ und viele weitere Objekte prägen das Stadtbild und locken so kunstbegeisterte Besucher nach Herford.

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