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Warburg Wappen Warburg

Zur Geschichte der Warburger Mühlen

Schon um das Jahr 1000 gab es in Warburg Wassermühlen an der Diemel. Erste schriftliche Aufzeichnungen in einem Vertrag zwischen dem Warburger Grafen Dodiko und dem Paderborner Bischof Meinwerk aus dem Jahr 1021 belegen, dass mit der Übertragung der Warburger Grafschaft an den Paderborner Bischof auch 4 namentlich erwähnte Mühlen im Bereich der späteren Stadt Warburg den Besitzer wechselten.

Bei einer Stadt wie Warburg, die in einer sehr fruchtbaren Bördelandschaft liegt, war es naheliegend, dass sie sich zu einem bedeutenden Zentrum des Getreidehandels entwickelte. Der Warburger Markt erhielt schon im 13. Jahrhundert für die hier erzielten Getreidepreise die Rolle einer Getreidebörse. Die stetige Entwicklung Warburgs zu einem bedeutenden Getreidehandelsplatz wurde durch die Errichtung weiterer Mühlenbetriebe gefördert. Neben den klassischen Getreidemühlen gab es auch eine Öl- und eine Sägemühle.

Nachdem im Jahre 1262 Bischof Simon den Warburger Mühlengraben als Abzweig der Diemel ausheben ließ, entstand in unmittelbarer Nähe der Stadtmauern geradezu ein Mühlenzentrum. Hierzu gehörten die „Mittelmühle“, die „Steinmühle“, die „Neue Mühle“ und die „Austermühle“.

Diese Mühlen hatten im erstarkenden Wirtschaftsleben der späteren Hansestadt eine große Bedeutung, weshalb der Bischof und Landesherr auch versuchte, diese „Mühlen-Rechte“ möglichst lange selbst auszuüben, bis die erstarkende Stadt Warburg sich selbst dieser Wasserkraft bediente. Ab 1438 gehörte dann auch die schon vor der Stadtgründung bestehende „Johannismühle“ und die schon genannten Mühlen der Hansestadt Warburg.

Zu diesen klassischen Mühlen kann in Warburg zusätzlich noch die sogenannte „Wasserkunst“ angeführt werden, ein ebenfalls am Mühlengraben gelegenes Bauwerk. Hier war ein durch Schaufelräder angetriebenes Pumpensystem installiert, das die über 50 Meter höher gelegene Neustadt mit Trinkwasser versorgte.

Diese vom Flusswasser mittels großer Holzschaufel- oder Klappenräder angetriebenen Mühlen waren über viele Jahrhunderte Antrieb, Kraft- und Energieerzeuger für das städtische Gemeinwesen.

Hochwasserschutz und Flussregulierung verringerten die Anzahl der Mühlen, sodass um 1900 nur noch 6 Mühlen in Betrieb waren.

Noch heute sind drei von den ehemalig mittelalterlichen Mühlen in Betrieb und erzeugen jetzt aber über Turbinenräder Strom.

Text: Klaus Stalze

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