• Die westfälische Hanse: In Corona Zeiten
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Recklinghausen: Zusammenstehen!

Wir können etwas schaffen, wenn wir als Menschen das Große und Ganze sehen – und in den Kampf gehen gegen das Virus, weil wir alle zusammenstehen!“ Dieser Satz stammt aus dem berühmten Corona-Song des Recklinghäuser Künstlers Sebel alias Sebastian Niehoff. Auf Youtube erhielt der Song seit Ende März 2020 bislang weit über zwei Millionen Klicks, in einer späteren Fassung sangen 180 Künstler*innen das Lied gemeinsam. Einnahmen aus dem Song spendete Sebel der Deutschen Orchester-Stiftung für freischaffende Musiker.

Er fotografierte auch eine Recklinghäuser Kampagne, in der die Händler*innen und Gastronom*innen gemeinsam nach dem Lockdown mit Masken von Plakaten grüßten und zum Einkaufen in Recklinghausen einluden – natürlich unter Hinweis auf die entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln.

„Wir haben für Sie geöffnet“ Kampagne der Händler*innen und Gastronomie für die Altstadt und Recklinghausen-Süd.
Making of: Kampagnen-Shooting in Coronazeiten

Lokal kaufen, den stationären Handel stärken, das ist ein wichtiges Credo auch in Corona-Zeiten. Kreative Zusammenschlüsse, wohldosierte Aktionstage, entzerrt und mit viel Abstand, kontaktfreie Modenschauen daheim, all dies sind Initiativen hier vor Ort in Recklinghausen. Die Recklinghäuser Gastronom*innen organisierten auf dem Altstadtmarkt in der Guten Stube gemeinsam die Aktion „Leere Stühle“, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Sie beteiligten sich damit an der vielbeachteten bundesweiten Aktion von Gastronom*innen, Hoteliers und Veranstalter*innen Deutschlands. Die Gastronomiebetriebe organisierten sich auch auf einer lokalen Lieferplattform zusammen mit dem Einzelhandel.

Es gab unter den Händler*innen schon seit der ersten Zeit der Pandemie viele verschiedene Ideen und Umsetzungen zur Beförderung der Waren, frei nach dem Motto: Wenn Sie nicht zu uns kommen können, dann kommen wir zu Ihnen.

Kreativer Lieferservice: Sushi mit dem Lastenrad.

Die Boutique Mon-Elle z.B. stellte ihren Kunden*innen individuelle Kollektionen zum Anprobieren daheim zur Verfügung, die Recklinghäuser Foodbar JOJA lieferte ihre Sushi-Kunst mit Unterstützung eines Recklinghäuser Radhändlers per Lastenrad. Ein weiteres gutes Beispiel für eine Cross-Over-Aktion: Die Buchhandlung Musial ermöglichte die Abholung von Büchern außerhalb ihrer Öffnungszeiten in der benachbarten Gastronomie 17achtzig. Die Buchhandlung wiederum stellte ihre Räumlichkeiten für ein besonderes Restaurant-Erlebnis – dem „Distance-Dinner“ – zur Verfügung.

Plakatmotiv der Aktionstage zur Belebung von Gastronomie und Handel in der Guten Stube – Altstadt Recklinghausen

Aktionstage des Handels, so getaktet, dass die Menschen in Abständen und geordnet den stationären Einzelhandel beleben, waren Teil des Zusammenstehens in Recklinghausen. So konnten an ausgewählten, von der Stadt veranstalteten Aktionstagen, Einkaufende auf Parkplätzen kostenfrei parken, mit den Bussen der Vestischen im Recklinghäuser Stadtgebiet umsonst fahren und einen Gutschein in Höhe von fünf Euro erhalten, wenn sie mit dem Fahrrad anreisten. Dieser Gutschein konnte am Aktionstag ohne Mindestumsatz in über 120 teilnehmenden Geschäften und Restaurants der Altstadt eingelöst werden. Zusätzlich gab es eine temporäre Radstation mit Fahrradwaschanlage und der Möglichkeit der Radcodierung durch den ADFC.

Wie es weitergeht, ist von der Corona-Lage abhängig. Aber so oder so: Recklinghausen wird auch weiter zusammenstehen und kreative Aktionen gemeinsam umsetzen.