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„Lügenjöbken“ und Erfolgsautor

Josef Winckler aus Rheine

Seinen Spitznamen bekam Josef Winckler schon in der Kindheit. „Lügenjöbken“, so nannten ihn seine Geschwister gern. Der 1881 in Rheine geborene Schriftsteller, der mit dem „Tollen Bomberg“ einen der erfolgreichsten deutschen Schelmenromane schrieb, verfügte bereits als Kind über viel Fantasie. Dazu trug wohl auch sein ungewöhnliches Elternhaus an der Saline Gottesgabe in Rheine bei. In dem alten Salzsiedehaus aus dem 18. Jahrhundert arbeitete und wohnte sein Vater als Salineninspektor mit der Familie. Noch im Alter erinnerte sich Josef Winckler an das Tröpfeln des Gradierwerks, an Diskussionen mit den Salinenarbeitern und an die Tanzlinde vor dem Haus, wo ihm sogar ein gezähmter Rabe Gesellschaft leistete.

Aus Josef Wincklers Zuhause ist heute ein Literaturmuseum geworden: Hier können die Besucher den Rhythmus früher Industrielyrik erfahren, den phantastischen Streichen und Abenteuern des „Tollen Bomberg“ lauschen, die Leuchtkraft expressiver Malerei entdecken und die Atmosphäre einer Bibliothek und eines „Dichterzimmers“ auf sich wirken lassen.

Und noch weitere Spuren des westfälischen Schriftstellers finden sich in der Stadt Rheine. Neben einer Josef-Winckler-Straße und dem Josef-Winckler-Zentrum (Sitz der Volkshochschule und der städtischen Musikschule) erinnert der Josef-Winckler-Preis an ihn, den der Schriftsteller selbst gestiftet hat. Bis heute werden jedes Jahr die besten Absolventen der weiterführenden Schulen in Rheine mit einem kleinen Geldgeschenk und einem Buch des Schriftstellers ausgezeichnet – aus heutiger Sicht ein geschickter Schachzug des Schriftstellers, der sich so sicher sein konnte, dass sein Name bekannt bleibt.

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