• Auf den Spuren der Reformation
Korbach Wappen Korbach

Zwischen Gotik und Reformation

Mittelalterliche Hansestadt Korbach

Die beiden gotischen Stadtkirchen der mittelalterlichen Alt- und Neustadt von Korbach sind nicht nur baulich eindrucksvoll, sondern auch historisch und kirchengeschichtlich etwas Besonderes. Durch die lutherisch geprägte Reformation in Waldeck und den starken Einfluss des Korbacher Franziskanerklosters blieb die reiche Schmuckausstattung der heute evangelischen Gotteshäuser fast vollständig erhalten.

In der umliegenden Grafschaft Waldeck führte Graf Philipp IV. bereits am 26. Juni mit einem ersten lutherischen Gottesdienst offiziell die Reformation ein, noch vier Monate vor der Homberger Synode in der benachbarten Landgrafschaft Hessen. Noch im gleichen Jahr (1526) organisierten Philipp IV. und Graf Wolrad II. (von Waldeck-Eisenberg) auf einer Synode die Waldeckische Lutherische Landeskirche und orientierten sich dabei weitgehend an dem „Evangelischen Ratschlag an Graf Philipp IV. zu Waldeck“ des hessischen Reformators Adam Krafft.

Im Jahr 1605 kam es in der benachbarten Landgrafschaft Hessen zur sogenannten „Zweiten Reformation“. Der reformierte Landgraf Moritz der Gelehrte, ein glühender Kämpfer gegen alle „abergläubischen und vom Papstthumb überbliebenen Bilder“, erließ drei „Verbesserungspunkte“. U.a. führte er – wie sein Vorbild Calvin, der alle Kultbilder in Kirchen schroff verworfen hatte – das Bilderverbot als eigenes, zweites Gebot auf und leitete daraus mit der Kasseler Provinzialsynode von 1607 den Ikonoklasmus („Bildersturm“) der reformierten Kirche ab.

So kam es, dass in fast allen damaligen Kirchen Nordhessens durch eine obrigkeitlich geregelte Aktion Bilder entfernt oder Skulpturen „mutiert“, d.h. z.T. ausgemeißelt und damit zerstört wurden. Einzig ein „kleines gallisches Dorf“ wiedersetzte sich – hier ist es die Grafschaft Waldeck und v.a. die Korbacher Stadtkirchen.

Noch heute stehen in beiden gotischen Hallenkirchen Korbachs prächtige Hochaltäre, Sakramentshäuser und andere Kunstgegenstände, die man in vergleichbaren evangelischen Kirchen in Hessen vergeblich sucht. Besonders die Hochaltäre, in beiden Kirchen Werke des (unbekannten) sogenannten „Korbacher Franziskanermalers“, gehören zu den besonderen Sehenswürdigkeiten.

Mehr zur Kunst- und Kulturgeschichte Korbachs erfahren Sie auf dem interaktiven Rundweg „Zwischen den Mauern“ (immer entlang des doppelten Stadtmauerrings einmal um die historische Altstadt herum) oder bei einem historischen Stadtrundgang entlang der „Goldspur Korbach“ (jeweils Infoflyer in der Tourist-Information erhältlich). Das preisgekrönte Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH nimmt Sie mit auf eine Reise durch 1000 Jahre Stadtgeschichte und beherbergt abwechslungsreiche Dauer- und Sonderausstellungen (u.a. zur Fossilienfundstätte „Korbacher Spalte“ und zur bedeutendsten Goldlagerstätte Deutschlands am Korbacher Eisenberg mit Besucherbergwerk und Gold-Lehrpfad) (Di. – So. und an Feiertagen von 12.00-16.30 Uhr, ab dem 1.3.2019 ändern sich die Öffnungszeiten wie folgt: März – Oktober: Di – So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr, November – Februar: Di – Fr: 14:00 – 16:30 Uhr, Sa/So und an Feiertagen: 11:00 – 16:30 Uhr, www.museum-korbach.de).

Weitere Information zu den Korbacher Kirchen und zu anderen Themen erhalten Sie unter www.hansestadt-korbach.de, bei einer persönlichen Beratung in der Tourist-Information im Rathaus (Stechbahn 1, 34497 Korbach, Tel. 05631 53-232) oder im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH (Kirchplatz 2, Tel. 05631 53-289).

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