• Die westfälische Hanse: In Corona Zeiten
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Satomi Edo

Die in Kyoto (Japan) geborene Satomi Edo schloss das Studium der Bildhauerei an der Städtischen Kunsthochschule in ihrer Heimatstadt ab und war sechs Jahre als Lehrbeauftragte (Kunst) tätig. Das Jahr 2003 markierte im Werdegang der Künstlerin eine wichtige Wende: sie kam nach Deutschland und setzte ihr künstlerisches Studium an der Kunstakademie Münster mit einem erfolgreichen Abschluss bei Maik und Dirk Löbbert fort. Satomi Edo verliebte sich in die Stadt Münster, steht jedoch immer in sehr engem Kontakt zu ihrer Familie in Japan.

Für das Kunstprojekt HANSEArtWorks 2020 in Brilon reichte sie die Filmarbeit „Fragmentarische Erinnerungen” als Autobiografie mit zwischen den deutschen und japanische Kulturen ein. Auf visueller Ebene des Films besteht es aus einem Schattenspiel, dem Auftauchen bildlicher Erinnerungen aus der Dunkelheit des Gedächtnisses, auf akustischer Ebene aus einer Art fragmentarischer Autobiografie der Künstlerin, beide festgemacht an den unterschiedlichen Wohnsituationen, die sie im Lauf ihres Lebens erfahren hat.

Der Film lässt die Fragen aufkommen: Was zeichnet Heimat aus? Welche Orte beeinflussen mich und meine Kulturidentität? Wovon träume ich immer noch? Was konnte ich in der Kindheit sehen?

Leider mussten die Hansetage Brilon aufgrund von Corona abgesagt werden. Die virtuelle Ausstellung „Leute-Orte-Träume“ ist jedoch auf der Webseite www.hansetage-brilon.de online zu finden.

Die Corona-Pandemie traf Satomi Edo – wie auch andere Künstler – sehr hart, da die Öffnung des Kunstbetriebes nach außen nur begrenzt möglich ist. Man könnte sagen, es gibt ebenfalls eine Verlagerung der Sichtbarkeit von Kunst auf 1,5 Meter und das zumeist beschränkt auf den privaten Raum (Atelier). Während der Krise hat der Einsatz von elektronischen Medien in der Öffentlichkeit stark zugenommen und Frau Edo hat sich sehr schnell und erfolgreich darauf eingestellt.

Ein Besuch ihrer Website www.satomi-edo.com, die einen interessantes Portfolio über ihre Arbeiten, Videos und Texte gibt, ist auf jeden Fall lohnenswert.

Anbei ein Foto des ausgezeichneten Aquarells “House H II“, das Satomis Elternhaus in Kyoto zeigt.

Aquarell “House H II” von Satomi Edo